Photovoltaik auf Einfamilienhäusern ist mittlerweile ein vertrauter Anblick. Doch was ist mit den Millionen Mietern in Mehrfamilienhäusern? Lange Zeit blieben sie von der Energiewende weitgehend ausgeschlossen. Genau hier setzt das Konzept des Mieterstroms an – ein Modell, das nicht nur ökologisch sinnvoll ist, sondern auch wirtschaftlich
Was ist Mieterstrom? Die Grundidee einfach erklärt
Mieterstrom bezeichnet Strom, der direkt vor Ort – meist durch eine Photovoltaikanlage auf dem Dach eines Wohngebäudes – erzeugt und ohne Umweg über das öffentliche Stromnetz an die Bewohner des Gebäudes geliefert wird. Der entscheidende Unterschied zur klassischen Stromversorgung: Der Strom nimmt keinen „Umweg“ über das Netz, sondern fließt direkt vom Dach in die Wohnungen.
Dadurch entfallen mehrere Kostenbestandteile, die normalerweise auf den Strompreis aufgeschlagen werden:
- Netzentgelte für die Durchleitung
- Konzessionsabgaben an die Kommune
- Teile der Stromsteuer
- Verschiedene Umlagen
Das Ergebnis: Mieterstrom ist in der Regel 20-30% günstiger als der herkömmliche Netzstrom – ein erhebliches Einsparpotenzial für Mieter. Gleichzeitig können Vermieter durch den Verkauf des selbst erzeugten Stroms zusätzliche Einnahmen generieren.
Die rechtlichen Grundlagen: Mieterstromgesetz und EEG
Die rechtliche Basis für Mieterstrom wurde 2017 mit dem „Gesetz zur Förderung von Mieterstrom“ geschaffen, das als Teil des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) eingeführt wurde. Das Ziel war klar: Auch Mieter sollten aktiv an der Energiewende teilhaben können.
Die wichtigsten rechtlichen Rahmenbedingungen:
Energiewirtschaftsgesetz (EnWG): Wer als Vermieter Mieterstrom anbietet, wird rechtlich zum Energieversorger mit entsprechenden Pflichten. Dazu gehören unter anderem:
- Verbrauchsabrechnung nach gesetzlichen Vorgaben
- Stromkennzeichnung
- Gewährleistung der Vollversorgung (auch wenn die PV-Anlage nicht genug Strom liefert)
- Transparenzpflichten gegenüber den Mietern
Vertragsgestaltung: Ein wichtiger Verbraucherschutz ist gesetzlich verankert – der Mieterstromvertrag darf nicht an den Mietvertrag gekoppelt werden (Ausnahmen: vorübergehende oder möblierte Vermietung). Mieter müssen jederzeit die Möglichkeit haben, ihren Stromanbieter frei zu wählen. Die Kündigungsfrist darf maximal drei Monate betragen.
Preisdeckel: Seit der Gesetzeseinführung gilt eine wichtige Verbraucherschutzregel – Mieterstrom muss mindestens 10% günstiger sein als der örtliche Grundversorgungstarif. Das macht das Modell für Mieter garantiert attraktiv.
Aktuelle Entwicklungen seit 2023
Mit dem EEG 2023 und dem Solarpaket I (2024) wurden einige wichtige Änderungen vorgenommen, die Mieterstrom noch attraktiver machen:
- Die 100 kW Leistungsobergrenze für geförderte Anlagen wurde aufgehoben – nun sind Anlagen bis zu 1 MW förderfähig
- Mieterstrom kann nun auch auf Gewerbeimmobilien und in ganzen Quartieren umgesetzt werden
- Ab 2025 besteht eine Smart-Meter-Pflicht für Summenzähler, was die Abrechnung standardisiert und vereinfacht
Diese Entwicklungen zeigen deutlich: Der Gesetzgeber treibt den Ausbau von Mieterstrom aktiv voran. Wir werden diese Themen in zukünftigen Artikeln noch detaillierter beleuchten.
Der Mieterstromzuschlag: So wird gefördert
Das Herzstück der staatlichen Förderung ist der Mieterstromzuschlag, den Anlagenbetreiber zusätzlich zu den Einnahmen aus dem Stromverkauf erhalten. Dieser Zuschlag wird über 20 Jahre vom Netzbetreiber gezahlt und soll den Mehraufwand für Abrechnung, Messung und Verwaltung kompensieren.
Aktuelle Fördersätze (Stand: Februar bis Juli 2025):
- Anlagen bis 10 kWp: 2,59 Cent/kWh
- Anlagen bis 40 kWp: 2,41 Cent/kWh
- Anlagen 40-100 kWp: 1,62 Cent/kWh
Die Fördersätze werden quartalsweise von der Bundesnetzagentur angepasst und sinken mit zunehmendem PV-Ausbau in Deutschland (sogenannter „atmender Deckel“). Kleinere Anlagen erhalten bewusst höhere Zuschläge, um auch bei Mehrfamilienhäusern mit begrenzter Dachfläche Anreize zu schaffen.
Zusätzlich zum Mieterstromzuschlag gibt es für überschüssigen Strom, der nicht vor Ort verbraucht wird, die Einspeisevergütung nach EEG. Diese Kombination macht Mieterstromprojekte besonders wirtschaftlich attraktiv.
Die Wirtschaftlichkeit: Eine Win-win-Situation
Mieterstrom schafft eine seltene Situation, in der alle Beteiligten profitieren. Schauen wir uns die konkreten Vorteile an:
Für Vermieter und Immobilienunternehmen:
Zusätzliche Einnahmequellen: Durch den Verkauf des selbst erzeugten Stroms an die Mieter entstehen kontinuierliche Erlöse. Bei einem Mehrfamilienhaus mit 10-15 Wohneinheiten können jährliche Zusatzeinnahmen im mittleren bis hohen vierstelligen Bereich erzielt werden. In größeren Objekten oder bei Integration weiterer Energiedienstleistungen wie Wärme- und Wassercontracting sind sogar fünfstellige Zusatzerlöse möglich.
Steuerliche Vorteile: Mit dem Jahressteuergesetz 2024 und dem Wachstumschancengesetz wurden die Gewerbesteuergrenzen angehoben:
- Steuerpflichtige Wohnungsunternehmen: bis zu 20% aller Einnahmen dürfen aus Mieterstrom stammen, ohne Gewerbesteuerpflicht
- Steuerbefreite Wohnungsgenossenschaften: bis zu 30% der Einnahmen
Wertsteigerung der Immobilie: Eine moderne, nachhaltige Energieinfrastruktur steigert die Attraktivität und den Wert der Immobilie erheblich. In Zeiten wachsenden Umweltbewusstseins ist dies ein wichtiges Verkaufs- und Vermietungsargument.
Keine hohen Investitionskosten (bei Contracting-Modellen): Viele Vermieter scheuen die Anfangsinvestition. Hier bieten Dienstleister wie Neshtec Lösungen an, bei denen die Investition übernommen wird und Vermieter nur noch von den Einnahmen profitieren.
Für Mieter:
Deutlich niedrigere Stromkosten: Mit durchschnittlich 20-30% Ersparnis gegenüber dem Grundversorgungstarif können Haushalte mehrere hundert Euro pro Jahr sparen. Bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 3.000 kWh bedeutet das eine Ersparnis von 150-250 Euro jährlich.
Transparenz: Moderne Mieterstromanlagen mit Smart Metern ermöglichen Echtzeit-Einblick in den eigenen Verbrauch und fördern so ein bewussteres Energieverhalten.
Beitrag zur Energiewende: Mieter können aktiv an der Energiewende teilhaben, ohne selbst eine Photovoltaikanlage installieren zu müssen. Der direkt vor Ort erzeugte Solarstrom reduziert den CO₂-Fußabdruck erheblich.
Versorgungssicherheit: Die Vollversorgung ist gesetzlich garantiert – auch wenn die PV-Anlage nicht genug Strom liefert (nachts, im Winter), wird automatisch Strom aus dem Netz bezogen.
Das Potenzial in Deutschland: Noch viel Luft nach oben
Die Zahlen sprechen für sich: Laut Bundeswirtschaftsministerium könnten bis zu 3,8 Millionen Wohnungen in Deutschland mit Mieterstrom versorgt werden – das entspricht etwa 10% aller Wohnungen. Allein in den 20 größten deutschen Städten gibt es ein Potenzial von bis zu 33.000 Photovoltaikanlagen auf großen Wohngebäuden.
Doch die Realität sieht noch anders aus: Von den rund 3,3 Millionen Mehrfamilienhäusern in Deutschland ist weniger als 1% mit einer PV-Anlage ausgestattet. Die Gründe dafür sind vielfältig:
- Bürokratischer Aufwand und komplexe rechtliche Anforderungen
- Unkenntnis über die tatsächliche Wirtschaftlichkeit
- Befürchtung, als Energieversorger zu viele Pflichten übernehmen zu müssen
- Fehlende technische Expertise
Genau hier setzen professionelle Anbieter an, die den gesamten Prozess übernehmen und Vermietern eine „Rundum-Sorglos-Lösung“ bieten.
Herausforderungen und warum ein professioneller Partner wichtig ist
Die Umsetzung von Mieterstromprojekten bringt durchaus Herausforderungen mit sich:
Technische Komplexität: Die Wahl des richtigen Messkonzepts (Summenzählermodell, virtuelle oder physische Zähler), die korrekte Dimensionierung der Anlage und die Integration von Speichersystemen erfordern fundiertes Know-how.
Rechtliche Anforderungen: Als Energieversorger musst du zahlreiche gesetzliche Vorgaben erfüllen – von der korrekten Vertragsgestaltung über die Stromkennzeichnung bis zur Meldung bei der Bundesnetzagentur.
Abrechnung und Verwaltung: Die monatliche Verbrauchsabrechnung, das Billing und die Verwaltung von Kundendaten sind aufwendig und fehleranfällig, wenn sie nicht automatisiert erfolgen.
Investitionskosten: Die Anschaffung einer PV-Anlage samt Installation, Speicher und intelligenter Messtechnik kann schnell fünf- bis sechsstellige Beträge erreichen.
Neshtec: Mieterstrom neu gedacht – mit Wärme und Wasser
Hier kommt Neshtec ins Spiel – als erfahrener Anbieter, der Mieterstrom nicht nur umsetzt, sondern auf ein völlig neues Level hebt. Im Gegensatz zu klassischen Mieterstrommodellen, die sich ausschließlich auf Photovoltaik konzentrieren, integriert Neshtec ein ganzheitliches Energiekonzept:
Das macht Neshtec einzigartig:
Integriertes Gesamtsystem: Neshtec kombiniert Mieterstrom mit Wärme- und Wassercontracting auf einer einzigen intelligenten Plattform. Das bedeutet: Du kannst nicht nur Solarstrom, sondern auch Wärmeenergie (z.B. aus Wärmepumpen) und Warmwasser an deine Mieter verkaufen. Diese Integration schafft Synergieeffekte, die bei reinen Mieterstrommodellen nicht möglich sind.
Maximale Wirtschaftlichkeit: Durch die Kombination mehrerer Energiedienstleistungen steigen die Zusatzerlöse erheblich. Bei Objekten mit 6-15 Wohneinheiten sind jährliche Zusatzerlöse im fünfstelligen Bereich realistisch.
Ohne EEG-Bürokratie: Neshtec setzt auf eine innovative Lösung, bei der die Energieverteilung direkt hinter dem Hausanschlusszähler erfolgt. Dadurch entfallen langwierige Verhandlungen mit Netzbetreibern und komplexe EEG-Anmeldungen.
Automatisierte Abrechnung: Die cloudbasierte Plattform übernimmt die gesamte Verwaltung und Abrechnung vollautomatisch. Du behältst jederzeit den Überblick über alle Energieflüsse, ohne dich mit komplexem Billing beschäftigen zu müssen.
Individuelle Steuerung: Du entscheidest flexibel, wie Strom, Wärme und Warmwasser verteilt werden – ob die Wärmepumpe priorisiert wird, einzelne Wohnungen bevorzugt versorgt werden oder eine gleichmäßige Verteilung erfolgt.
Deutschlandweit mit regionalen Partnern: Neshtec arbeitet mit erfahrenen Installationspartnern zusammen, die den gesamten Prozess von der Planung bis zur Installation professionell begleiten. So hast du immer einen direkten Ansprechpartner vor Ort.
Fazit: Mieterstrom als Zukunftsmodell
Mieterstrom ist weit mehr als nur ein ökologisches Feigenblatt – es ist ein wirtschaftlich attraktives Modell, das sowohl Vermietern als auch Mietern echte Vorteile bringt. Mit den aktuellen Gesetzesänderungen wird das Modell zunehmend vereinfacht und durch die staatliche Förderung über den Mieterstromzuschlag finanziell abgesichert.
Das Potenzial in Deutschland ist enorm: Millionen Wohnungen könnten bereits heute mit Mieterstrom versorgt werden. Doch der entscheidende Faktor für den Erfolg ist ein professioneller Partner, der nicht nur die technische Umsetzung beherrscht, sondern auch die rechtlichen und administrativen Herausforderungen meistert.
Mit Neshtec geht Mieterstrom noch einen Schritt weiter: Die Integration von Wärme- und Wassercontracting schafft ein ganzheitliches Energiekonzept, das die Wirtschaftlichkeit maximiert und gleichzeitig den Verwaltungsaufwand minimiert. So wird deine Immobilie nicht nur nachhaltiger, sondern auch deutlich profitabler.
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